Moderne Lösung für Jahrzehnte

AV-Serie löst 25 Jahre alte Ventiltechnik in Chemieanlage ab

Die chemische Prozessindustrie denkt nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten. Einmal errichtete Anlagen werden kontinuierlich modernisiert und damit auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten. Das zeigt auch das Beispiel des Schweizer Unternehmens Claviag AG: Das 1968 eröffnete Werk für Bauchemikalien für die Trockenmörtelindustrie hat jetzt die pneumatische Steuerungstechnik mit mehreren hundert Ventilen der AV03-Serie erneuert.

1968 eröffnete die Claviag AG in Moosleerau im Schweizer Kanton Aargau ein neues Chemiewerk, das eine kleine Revolution anstieß. Denn bis dahin wurden Bodenfliesen ausschließlich in einem Mörtelbett verlegt. Das war arbeitsintensiv und verlangte ein hohes Können von den Handwerkern. Die Claviag AG begann in diesem Jahr mit der Produktion des ersten redispergierbaren Polymerpulvers der Marke ELOTEX®, bis heute unter anderem ein wichtiger Bestandteil im Fliesenkleber. Im Laufe der Jahre kamen weitere Dispersionspulver dazu und mittlerweile werden in der Claviag AG dreißig verschiedene Pulver für die Trockenmörtelindustrie hergestellt.

Immer auf dem neuesten Stand der Technik

In den vergangenen fast fünfzig Jahren hat die Claviag AG nicht nur die Formulierung und Prozesssicherheit bei der Herstellung der Produkte verbessert, sondern auch die technische Ausrüstung im Werk mehrfach ausgetauscht und laufend auf den neuesten Stand der Technik gebracht. So rüstete die Claviag AG zu Beginn der 90er Jahre die pneumatische Steuerungstechnik auf Bosch Ventilsysteme um, die bereits damals per PROFIBUS elektrisch angesteuert wurden. Die Ventile betätigen zahlreiche Dosiereinheiten und weitere Aktoren in der verzweigten Anlage.

Nach mehr als 25 Jahren im Einsatz waren keine Ersatzteile mehr verfügbar. Darum entschloss sich die Claviag AG, die pneumatische Steuerungstechnik zu modernisieren und die Vorteile neuester Technik zu nutzen. Die Wahl fiel schnell auf die Ventilserie AV03 von AVENTICS. Das Unternehmen führt seit 2013 die Pneumatik-Aktivitäten von Bosch und Bosch Rexroth fort.

Da mehrere Hundert dieser Ventile im Keller des Werks verbaut werden mussten, waren Kompaktheit und Einfachheit in der Montage wichtige Auswahlkriterien. Durch die Schräganordnung des Schiebers im Inneren verkleinerten die Entwickler von AVENTICS die Abmessungen des Ventils auf die Größe einer Visitenkarte. Die Umrüstung selbst war schließlich komplex genug: Mehr als zweihundert Luftschläuche galt es richtig zuzuordnen und mit den entsprechenden elektrischen Steuersignalen zu kombinieren. AVENTICS montierte in Laatzen die Ventile entsprechend der Vorgaben der Claviag AG auf Aluminiumplatten vor und sendete die Module anschlussfertig in die Schweiz. Dort unterstützten Spezialisten von AVENTICS die Umrüstung.

Mehr als 80 Prozent weniger Elektronik

Eine besondere Vereinfachung bot die Ventilelektronik AES. Während die Elektronik der alten Bosch Ventilsysteme nur maximal zwölf Ventile fasste, steuert AES mit einer Hardware bis zu 64 Ventile mit je zwei Spulen an. Das verringert den Hardwareaufwand für die Elektronik um mehr als 80 Prozent, AES unterstützt neben PROFIBUS DP auch die Protokolle PROFINET IO, EtherCAT, DeviceNet, CANopen, EtherNET/IP, POWERLINK sowie IO-Link.

Für die langfristig denkenden Werksplaner von der Claviag AG bieten die AV-Ventile einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie erreichen sicher bis zu 75 Millionen Schaltzyklen. Damit können sich die Schweizer Ingenieure über viele, viele Jahre mit anderen Themen beschäftigen. Denn bei der robusten Pneumatik von AVENTICS gibt es auf absehbare Zeit erst einmal keinen Handlungsbedarf mehr.

Seit 2008 gehört die Claviag AG zur Akzo Nobel Chemicals AG: Sie gehört zu zu den weltweit größten Herstellern von redispergierbaren Polymerpulvern, Celluloseether und Spezialadditiven, wie Verdicker, Hydrophobierungsmittel, Additive zur Reduktion von Ausblühungen und Additive zur Vermeidung von Fleckenbildung.

„Wir haben die Ventilsysteme vormontiert und geprüft geliefert – das hat bei der Inbetriebnahme wertvolle Zeit gespart.“

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