Mit dem Pantographen auf schnelle Fahrt

Mit dem Pantographen auf schnelle Fahrt

Die Richard AG Murgenthal entwickelt und fertigt seit 111 Jahren Pantographen.

Temperaturbeständige Pneumatik für Stromabnehmer aus der Schweiz

Es ist eine dieser Kinderfragen, bei denen Väter sich kurz umdrehen und bei Wikipedia nachschlagen müssen: Wie funktioniert das bei Elektro-Lokomotiven mit der Stromversorgung? Tipp: Bedeutungsschwer schauen und antworten: „Das übernimmt der Pantograph.“ Das ist zwar der korrekte Fachbegriff, aber zumindest in der deutschen Wikipedia-Ausgabe führt er zunächst zu einem geometrischen Zeichengerät. Einfachste Lösung: Nach diesem Artikel sind alle wichtigen Fakten über den Stromabnehmer bekannt.

Um das mit dem Strom und der Eisenbahn zu erklären, hat AVENTICS Hanspeter Jutzi befragt, Geschäftsführer der schweizerischen Richard AG in Murgenthal. „Wir entwickeln und fertigen seit 111 Jahren Pantographen, Hauptschalter, Isolatoren und viele weitere Komponenten für moderne Triebfahrzeuge“, betont Hanspeter Jutzi. Mit dabei: Ventile, Zylinder und Luftaufbereitungsanlagen von AVENTICS.

Die Stromabnehmer aus der Schweiz drücken die Schleifleisten des Stromabnehmers von unten gegen die stromführenden Oberleitungen. „Anders als bei den einfachen Straßenbahnen vergangener Jahrzehnte, brauchen moderne Schienenfahrzeuge mit ihrer komplexen Regelelektronik stets eine unterbrechungsfreie Stromversorgung“, erklärt Hanspeter Jutzi, Chef von rund 80 Mitarbeitern. „Die Herausforderung besteht darin, den Schleifkontakt zur Leitung ständig zuverlässig zu halten, auf der anderen Seite aber nicht zu stark gegen die Oberleitungen zu drücken, da diese sonst zu schnell verschleißen oder gar reißen.“

Das übernimmt im Pantograph von Richard eine mechanisch geführte Wippe über eine Art Kniegelenk. Die pneumatische Lösung von AVENTICS aus Ventil, Feindruckregler, Pneumatik-Balgzylinder und Luftaufbereitung drückt die Schleifleiste mit drei bar Luftdruck gegen die Oberleitung. Das entspricht einer Kraft von 70 bis 85 N. Die pneumatische Kraft reicht aus, um auch bei Unebenheiten in der Schienentrasse stets den Kontakt mit der Oberleitung zu halten.

In Europa können Lokomotiven auch grenzüberschreitend fahren. Bei Wechselstrom nehmen die Schleifkontakte 25.000 Volt mit maximalen Stromstärken bis zu 900 A ab und leiten sie in den Zug. Die Pantographen von Richard sind für Geschwindigkeiten bis 230 km/h zugelassen, ein Beleg für die hohe Regelungsdynamik der Pneumatik.

Komponenten müssen robust sein

„Wir verlangen von den Pneumatik-Komponenten eine extrem breite Einsatztemperatur von -25°C bis +45°C, für einige Bahnbetreiber in entsprechenden klimatischen Regionen sogar noch extremere Werte“, hebt Hanspeter Jutzi hervor. Die Pneumatiklösung von AVENTICS ist nicht nur in Bezug auf die Temperatur robust: Sie arbeitet im Vergleich zu elektromechanischen Lösungen praktisch verschleißfrei.

AVENTICS liefert die pneumatische Baugruppe für die Pantographen wie auch für andere Module von Richard vormontiert an die Linie des Schweizer Familienunternehmens. „Wir sind zwar ein Mittelständler, aber wir arbeiten teilweise viele Jahrzehnte mit Schienenfahrzeugherstellern und Betreibern zusammen“, so der Geschäftsführer. „Wir wissen, dass unsere Kunden noch lange Originalersatzteile erwarten und danach suchen wir auch unsere Lieferanten aus.“ AVENTICS, ebenfalls seit Jahrzehnten etablierter und bei zahlreichen Betreibern zertifizierter Zulieferer, erfüllt genau diese Anforderungen.

Die Pneumatiklösung von AVENTICS ist nicht nur in Bezug auf die Temperatur robust: Sie arbeitet im Vergleich zu elektromechanischen Lösungen praktisch verschleißfrei.

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